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  10. Dezember 2006
Amelie Sorglos
 
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Mein kreatives Schaffen:

Verhinderter Dichter

Ein Mensch zur Arbeit wild entschlossen,
Ist durch den Umstand sehr verdrossen,
Dass ihm die Sonne seine Pflicht
Und Lust zum Fleißigsein zersticht.
Er sitzt und schwitzt und stöhnt und jammert,
Weil sich die Hitze an ihn klammert.
Von seinem Wunsch herbeigemolken
Erscheinen alsbald dunkle Wolken,
Der Regen rauscht, die Traufen rinnen.
Jetzt, denkt der Mensch, kann ich beginnen!
Doch bleibt er tatenlos und sitzt,
Horcht wie es donnert, schaut, wie’s blitzt,
Und wartet, dumpf und hirnvernagelt,
Ob’s nicht am Ende gar noch hagelt.
Doch rasch zerfällt das Wettertoben-
Der Mensch sitzt wieder: Siehe oben!


Eugen Roth


Noch ein Gedicht:

Niedertracht

Ein Mensch von innerlichster Richtung
Schreibt unentwegt an einer Dichtung.
Doch was mit Herzblut er geschrieben,
Kann niemand loben oder lieben.
Ein andrer Mensch, der nicht so blutet,
Dass es die Dichtung überflutet,
Benutzt - welch widerwärtige Flinte -
Zu dem Behufe einfach Tinte.
Und doch wird dem, was er gedichtet,
Von allen Seiten beigepflichtet.
Blut ist zwar ein besondrer Saft,
Doch hat auch Tinte ihre Kraft.


Eugen Roth